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Freitag, 10. April 2020, 09:30 Uhr

Ein Wort zum Karfreitag 2020 –

statt eines Gottesdienstes

Karfreitag. Der Kreuzestod Jesu. Der Tod scheint uns gerade in diesen Tagen wieder erschreckend nah zu rücken. Mit dem Tod setzen wir uns nicht so gern auseinander. Aber dafür setzt uns Gott mit dem Tod auseinander, indem er sich zwischen den Tod und uns setzt. Und zwar am Karfreitag.

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3,16) Aus Liebe zu uns ging Jesus, ging Gott selbst ans Kreuz. Er hat gesehen, wie wir uns immer wieder von ihm entfernen, von der Quelle des Lebens, und uns verstricken in lebensfeindliche Kreisläufe aus Schuld und Leid. Damit lässt Gott uns aber nicht allein, sondern hat sich an unsere Seite gestellt, ist schließlich sogar an unsere Stelle getreten. Seine Gemeinschaft mit uns macht vor Leid und Tod nicht halt. Gott hat unsere Gottesferne durch seine Menschennähe überbrückt.

Eine Erlösung. Für unser ganzes Leben und darüber hinaus. Und auch gerade jetzt in diesen Tagen, in denen wir wieder schmerzlich erfahren, dass Leid und Tod noch nicht aus der Welt getilgt sind. Vollständig erlöst werden wir erst nach unserem Tod. Bis dahin leben wir voller Hoffnung und Zuversicht auf das Leben, das Gott uns versprochen hat, das er uns eines Tages schenken wird. Und in der festen Gewissheit, dass Gott gerade dann, wenn es eng wird in unserem Leben, wenn Leid und Tod uns bedrängen, ganz besonders bei uns ist. Er ist diesen Weg selbst gegangen, damit wir dort nicht allein seien, sondern Gott an unserer Seite wissen.

Karfreitag. Der Blick auf das Kreuz. Er zeigt nicht so sehr das Leid und den Tod, sondern offenbart vor allem Gottes Liebe zu uns und seine unbedingte Gemeinschaft mit uns, komme was da wolle.

Ich grüße Sie herzlich zum Karfreitag!

Ihre Pfarrerin Valeska Basse

Ort Breite Straße 38, 14199 Berlin