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Warnung

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Sonntag, 24. Mai 2020, 11:00 Uhr

Laut oder leise?

Autos waren früher sehr viel lauter als heute. Flugzeuge und Eisenbahnen auch. Wir leben in einer Welt, die sehr sensibel ist für Lärm. Und gleichzeitig wird es immer lauter. In den U-Bahnen wird jeder Bahnhof angesagt, mit Umsteigemöglichkeiten, manchmal noch auf Englisch. Wenn die Türen schließen, piept es. Bei den neuen Bussen piept es auch, wenn jemand einen Haltewunsch hat und die Taste drückt. Handygespräche werden nahezu überall geführt – und oft in großer Lautstärke. Manchmal kann man den Angerufenen gleich noch mithören, weil das Handy auf laut gestellt ist. Im Restaurant beschäftigen Eltern ihre Kinder beim Warten aufs Essen mit elektronischen Spielen, die rauschen, klingeln, schnarren. 

Mancher wünscht sich dann vielleicht, dass er schwerhörig wäre, dann würde man das alles nicht so mitbekommen. Aber merkwürdigerweise sind schwerhörige Menschen besonders empfindlich für Lärm. Denn jedes Nebengeräusch macht das Hören schwerer. Wenn der Wasserhahn rauscht oder der Wasserkessel kocht, wenn das Radio läuft oder ein Auto vorbeifährt – dann haben es auch gut Hörende schwerer. Schwerhörige Menschen verstehen dann gar nichts mehr. Und deshalb begehen sie jedes Jahr im April den „Tag gegen Lärm“, an dem sie auf „akustische Umweltverschmutzungen“ aufmerksam machen.

Der ist immer am letzten Mittwoch im April und stand im letzten Jahr unter dem Motto „15 Sekunden Ruhe“. Wenn sich Schwerhörige zum Gottesdienst treffen, dann wollen sie vor allem Ruhe vor Nebengeräuschen. Deshalb ist eine funktionierende Induktionsanlage wichtig – so eine gibt es in der Kreuzkirche. Wenn wir – so es erlaubt und möglich ist – in diesem Jahr am 24. Mai um 11:00 Uhr in der Kreuzkirche einen schwerhörigengerechten Gottesdienst feiern, dann gibt es außerdem noch die Texte parallel zum Mitlesen. Natürlich ist dieser Gottesdienst nicht nur für schwerhörige Menschen, sondern für alle!

Ich freue mich darauf, Sie bei dieser Gelegenheit kennen zulernen.

Pfr. Roland Krusche



Mitwirkende
Diakonin Fritsch und Pfarrer Krusche
Ort Hohenzollerndamm 130, 14199 Berlin